Verbindung

Die seit über 20 Jahren bewährte konische Innenverbindung mit 45 Grad mittlerem Konuswinkel und Rotationssicherung durch einen Innensechskant wurde bereits mit dem Erscheinen der ersten BEGO Semados® Implantate eingeführt.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dieser Verbindungsart wurde sie auf alle folgenden Implantatlinien mit Innenverbindung der BEGO Implant Systems übertragen und trägt einen entscheidenden Anteil zum weltweiten Erfolg der BEGO Semados® Implantate bei.

Der 45 Grad Konus

Bei kleinen Konuswinkeln in der Implantat-Abutment-Verbindung kommt es unter Kaubelastung zum Aufdehnen des Implantatkörpers. Ähnlich wie beim Spalten von Holz mit einer Axt, entsteht ein Keileffekt. Dieser Keileffekt führt zu Zusatzbeanspruchungen im Knochen (Bild 2a). Durch Implantat-Abutment- Verbindungen mit größeren Konuswinkeln (z.B. 45 Grad) lässt sich der Keileffekt vermeiden und die Knochenbeanspruchung wird reduziert (Bild 2b) [1].

Bild 2a)
2b) kleiner Konuswinkel

Für die Bakteriendichtigkeit der Implantat-Abutment-Verbindung ist es notwendig, den Mikrospalt zwischen Implantat und Abutment während der Kaubelastung zu vermeiden. In Versuchen [2] und mit Finite Elemente Berechnungen [3] kann gezeigt werden, dass bei physiologischer Kaubelastung beim 45 Grad Konus kein Mikrospalt entsteht.

Das Platform Switching

Die Implantate der RS/RSX-Line weisen einen Platform Switch von 0,25 mm auf. Durch den Platform Switch werden die Beanspruchungsspitzen im Knochen am marginalen Knochenrand reduziert.

Unter dem Begriff Platform Switch wird der Durchmesserunterschied zwischen dem Abutment am Eintritt in das Implantat und dem Außendurchmesser des Implantates verstanden [4].

Befindet sich der Knochen genau an der Stelle des Durchmesserunterschiedes,ergibt sich für den Knochen eine biomechanisch günstige Situation. Durch den Durchmessersprung kann die Kraft etwas tiefer in den Knochen eingeleitet werden, wodurch es am marginalen Knochenrand zu einer Entlastung des Knochens kommt [4]. Der biomechanische Effekt des Platform Switching ist aber nur wirksam, wenn der Knochen genau auf der Ebene des Platform Switching steht. Entsteht bei der Insertion ein Abstand zwischen Knochen und der Ebene des Platform Switching von nur 0,5 mm oder geht der Knochen um den gleichen Betrag zurück, ist die biomechanische Wirkung aufgehoben. Um auch bei etwas tiefer stehendem Knochen eine Knochenentlastung zu erreichen, werden bei der RS/RSX-Line zusätzlich bionische Mikrorillen verwendet.

  1. Flach, M. / Streckbein, P. (2009): Knochenfreundlicher Kompromiss, Dental Magazin, 27:48-53.
  2. Zipprich, H. / Weigl, P. / Lange, B. / Lauer, H.-C. (2007): Erfassung, Ursachen und Folgen von Mikrobewegungen am Implantat-Abutment-Interface. Implantologie, 15:31-46.
  3. Streckbein, P. / Streckbein, R. G. / Wilbrand, J. F. / Malik, C. Y. / Schaaf, H. / Howaldt, H. P. / Flach, M. (2012): Non-linear 3D evaluation of different oral implant-abutment connections, J Dent Res, 91:1184-1189.
  4. Tabata, L. F. / Rocha, E. P. / Barao, V. A. / Assuncao, W. G. (2011): Platform Switching: Biomechanical Evaluation Using Three-Dimensional Finite Element Analysis, The International Journal of Oral & Maxillofacial Implants, 26:482-492.
RSX Implantat mit PS-Line Abutment
RSX Implantat mit PS-Line Abutment