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Der Allergiekompass

Testsubstanzen


Bei verschiedenen Herstellern von Materialien für die Allergietestung wurden die entsprechenden Testsubstanzen herausgesucht. Es ist nicht für jedermann ersichtlich, dass sich hinter Natriumthiosulfatoaurat eine Verbindung verbirgt, die zur Testung einer etwaigen Goldallergie verwendet wird. Die Aufstellung kann nicht vollständig sein und enthält sicherlich nicht alle Stoffe, was auch den vorliegenden Rahmen sprengen würde.
Für eine Vielzahl von Stoffen, die in Dentalmaterialien vorhanden sind, liegen auch keine Testsubstanzen vor. Dies liegt zum einen daran, dass Allergien, die von Dentalmaterialien ausgelöst worden sind, sehr selten und zum anderen, dass die Zusammensetzungen dieser Stoffe oftmals nicht bekannt sind. Auch sind die Konzentrationen vieler Stoffe in den Dentalmaterialien so gering, dass davon ausgegangen werden kann, dass sie keine Wirkung verursachen.
Angegeben sind die technischen Anwendungen und der ungefähre Gehalt in Dentalmaterialien, die Testsubstanz für den Pflaster-Test und eine Einschätzung der Häufigkeit von Allergien.
Die Angaben können lediglich Anhaltspunkte sein.

Amalgam

             

Technische Verwendung

 

  • Bei der Herstellung von Alkalimetallen 
  • Bei der Goldgewinnung 
  • Fällt bei der Reinigung von Gasen von Quecksilber an 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Als Füllungswerkstoff in Form von g-2-haltigen und g-2-freien Amalgamen 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Amalgam, Legierungselemente, 
  • Abgebundenes Amalgam, g-2-frei 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten 

Amalgame werden durch Vermischen einer Silber-Zinn-Kupfer-Legierung mit flüssigem Quecksilber hergestellt. Heute geschieht das meist in abgeschlossenen Kapseln, um eine Belastung des zahnärztlichen Personals zu reduzieren. Eine "Amalgam-Allergie" gibt es nicht. Nur gegen Bestandteile der Amalgame (Quecksilber, Silber, Zinn und Kupfer, in seltenen Fällen auch Zink, Palladium, Indium) kann prinzipiell eine Allergie erworben werden bzw. vorhanden sein. Orale lichnoide Läsionen an den Füllungen benachbarter Stellen sind möglich. Eine Testung mit einem Amalgam kann daher nur grobe Anhaltspunkte für eine Allergie geben, da nicht zwischen den einzelnen Bestandteilen differenziert wird.
 

Benzoylperoxid (BPO)

             

Technische Verwendung

 

  • Initiator für verschiedene Polymerisationsreaktionen 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In kalthärtenden (= chemisch härtenden,autopolymerisierenden) Kunststoffen 
  • In dual härtenden Systemen (Kunststoffe, Zemente mit Kunststoffzusätzen, Compomeren, Glasionomerzementen) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Benzoylperoxid (im nicht abgebundenen Material ca. 1%, im auspolymerisierten Polymer im ppm-Bereich bzw. kaum noch nachweisbar) 

Allergiehäufigkeit

 

  • Wenige Prozent (< 5 %) 

Benzoylperoxid zerfällt durch Zufuhr von chemischer, thermischer Energie oder Strahlung in äußerst reaktive Radikale, die chemische Reaktionen mit ihrer Umgebung eingehen. Dies ist in Falle von Monomeren erwünscht. Im abgebundenen Zustand ist das Benzoylperoxid durch die Polymerisationsreaktion aufgebraucht. Die Reaktionsprodukte (Benzolradikale) sind in die Polymere eingebaut und haben nur noch wenig mit dem Ausgangsstoff gemein. Für Zahntechniker besitzt dieser Stoff selten eine Gefährdung dar.
 

Chrom/Cr

             

Technische Verwendung

 

  • In Edelstählen 
  • Wird in der Gerberei verwendet 
  • In Zementen 
  • Galvanisieren in der Technik 
  • Entwickler in der Fototechnik 
  • Edelstähle (Besteck, Geschirr) 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Nickel-Chrom-Legierungen (ca. 12- 25 %) 
  • Kobalt-Chrom-Legierungen (25 -30 %) 
  • Stähle, wie sie in der Kieferorthopädie verwendet werden (ca. 8 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Chrom-III-sulfat 
  • Kaliumchrom-III-sulfat 
  • Kaliumdichromat (Cr +VI!) 

Allergiehäufigkeit

 

  • Selten für Dental-Legierungen beschrieben 

Die allergische Potenz von Chrom hängt stark von der Wertigkeit ab. Während das sechswertige Chrom (Chrom + VI, z. B. in Dichromaten) ein sehr starkes Allergen ist, ist das dreiwertige (Chrom+III) unauffällig. Die dreiwertige Form wird durch Korrosion in sehr geringen Mengen bei der Korrosion der oben genannten Legierungen freigesetzt. Sie und das metallische Chrom sind weder hautreizend noch mutagen oder cancerogen. Das sechswertige Chrom wird dagegen bei der Korrosion nicht gebildet. Rückschlüsse von der sechswertigen auf die dreiwertige Form sind daher nicht statthaft.
Chrom ist ein essentielles Spurenelement und muss im Bereich von 0,05 - 0,500 mg einem Erwachsenen zugeführt werden.
 

Kobalt/Co

             

Technische Verwendung

 

  • Maschinenbau 
  • Schneidhalbzeuge 
  • Pigmente 
  • Für Katalysatoren 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Kobalt-Chrom-Legierungen (meist für Modellguss-Legierungen, ca. 60 - 70 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Kobalt-II-chlorid 
  • Kobalt-II-sulfat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Selten 

Kobalt ist ein essentielles Spurenelement. Allergien durch Dental-Legierungen werden selten beschrieben. Toxische Reaktionen treten erst bei oraler Zufuhr von 25 - 30 mg pro Tag auf. Eine radioaktive Belastung wie gelegentlich behauptet ist nicht gegeben, da das in der Medizin zur Krebsbekämpfung verwendete 60 Co ein künstlich hergestelltes Isotop ist und in der Natur und damit auch in Dental-Legierungen nicht vorkommt.
 

Gallium/Ga

             

Technische Verwendung

 

  • In der Kerntechnik (Wärmeaustauscher) 
  • In der Medizin (als Tumormarker) 
  • In der Halbleitertechnik 
  • In Thermometern 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Gold-Legierungen (0- 6 %) 
  • In Palladium-Legierungen (0-6 %) 
  • In Nickel-Chrom-Legierungen (nur bei wenigen Fabrikaten, ca. 4-6 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Galliumoxid 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten 

Von Gallium sind keine essentiellen Funktionen im menschlichen Körper bekannt. Eine toxische oder allergische Wirkung des Galliums ist umstritten und nicht nachgewiesen. In der Technik gilt es als ungiftig. Aus der Medizin ist bekannt, dass toxische oder allergische Reaktionen bei Zufuhr von bis zu 250 mg pro Tag nicht eintreten. Die Abgaben durch Korrosion von Dental-Legierungen liegen im Bereich von µg (1000 µg = 1 mg).
 

Gold/Au (lat.: Aurum)

             

Technische Verwendung

 

  • Schmuck 
  • Kontaktstellen in elektronischen Geräten 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In der Galvano-Technik (99,9 %) 
  • Gold-Legierungen (50 bis 80 %) 
  • Palladium-Legierungen (0 bis 5 %) 
  • Silber-Legierungen (0 bis 5 %) 
  • Lote für EM- und NEM-Legierungen 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Natriumthiosulfatoaurat 
  • Natriumcyanoaurat 
  • Tetrachlorogoldsäure 
  • Metallisch/elementar 
  • Entsprechende Legierung 

Allergiehäufigkeit

 

  • Auf der Haut: selten bis oft, die Ergebnisse sind umstritten, da die Testsubstanzen z. Z. umstritten sind 
  • In der Mundhöhle extrem selten 

Von Gold sind keine essentiellen Funktionen für den menschlichen Körper bekannt. Über toxische Wirkungen gibt es kaum Berichte. Der Grad der allergenen Potenz von Gold ist umstritten, da die Testsubstanzen diskutiert werden und gefundene allergische Reaktionen oftmals auf Verunreinigungen zurückgeführt wurden. Im zahnmedizinischen Alltag sind Gold-Legierungen als Allergene selten beschrieben.
 

Hydrochinon

             

Technische Verwendung

 

  • In der Photoindustrie 
  • In der Kunststoffchemie als Inhibitor und Antioxidant 
  • Als Zwischenprodukt in der Farbstoffindustrie 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Kann in Composites und Prothesen enthalten sein. Hydrochinon wirkt als Inhibitor 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Hydrochinon 

Allergiehäufigkeit

 

  • Selten (bei Kunststoffen) 

Hydrochinon ist eine gesundheitsgefährdende Substanz, dessen krebserregende Wirkung vermutet, bislang aber nicht bewiesen wurde. Hydrochinon ist in den auspolymerisierten Kunststoffen kaum noch nachweisbar, da es bei der Polymerisation abreagiert. Daher ist der verarbeitende Zahntechniker stärker gefährdet als der Zahnarzt oder Patient.
Im Organismus ist die Oxidation zum Chinon eine wichtige Reaktion, allerdings sind die auftretenden Mengen sehr gering. Daher "kennt" der menschliche Organismus Abbaumöglichkeiten.
 

Indium/In

             

Technische Verwendung

 

  • In der Halbleitertechnik 
  • In der Medizin (als Tumormarker) 
  • In einigen Loten 
  • Zusatz von Lagermetallen 
  • Anlaufschutz in Silberwaren 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Gold-Legierungen (0-4 %) 
  • In Palladium-Legierungen (0-4 %) 
  • Silber-Legierungen (0-16 %) 
  • Amalgam (in einigen japanischen Fabrikaten, ca. 1 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Indiumoxid 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten 

Von Indium sind keine essentiellen Funktionen im menschlichen Körper bekannt. Eine toxische oder allergische Wirkung des Indiums ist umstritten und nicht nachgewiesen. Aus der Medizin ist bekannt, dass toxische oder allergische Reaktionen bei Zufuhr von bis zu 250 mg pro Tag nicht eintreten.
 

Kupfer/Cu (lat.: Cuprum)

             

Technische Verwendung

 

  • Bronze (Kupfer-Zinn-Legierung) 
  • Messing (Kupfer-Zink-Legierung) 
  • Leitungen, Rohre, Bleche im täglichenLeben 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Amalgamen (2-10 %) 
  • In Palladium-Legierungen (0-8 %) 
  • In Silber-Legierungen (4 -10 %) 
  • In Gold-Legierungen (0-8 %) 
  • In Loten (0 -10 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Kupfersulfat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten 

Kupfer gehört zu den essentiellen Elementen, d. h. der menschliche Organismus benötigt dieses Element und nimmt es täglich in großen Mengen (mg-Bereich) mit der Nahrung auf.
 

Methylmethacrylat/MMA

             

Technische Verwendung

 

  • Plexiglas und seine Derivate 
  • Als künstliche Fingernägel 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Prothesenkunststoffe 
  • Verblendkunststoffe 
  • Füllungskunststoffe 
  • Kleber für die adhäsive Befestigung 
  • Primer 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Methylmethacrylat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Bei Patienten selten 
  • Bei Zahntechnikern ca. 8 % 

Reines Methylmethacrylat (MMA) kommt selten vor. Häufiger ist das Reaktionsprodukt, das Polymethylmethacrylat (PMMA), anzutreffen, z. B. in fertig auspolymerisierten Prothesen. In dieser Form ist es kaum in der Lage, Allergien auszulösen. Die Methacrylatgruppe ist auch in anderen Monomeren vorhanden (z. B. in Composites, Compomeren, Ormoceren und anderen kunststoffhaltigen Werkstoffen). Deshalb werden auch andere Methacrylate getestet:

  • (2-Hydroxyethyl)-methacrylat 
  • Urethan-dimethacrylat 
  • Bisphenol-A-dimethacrylat 
  • BIS-GMA 
  • Ethylenglycol-dimethacrylat 
  • Triethytlenglycol-dimethacrylat
     

Molybdän/Mo

             

Technische Verwendung

 

  • In der Stahlindustrie 
  • In der Metallurgie 
  • Als Katalysator 
  • Als Pigmentstoffe 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In NEM-Legierungen (4-10 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Ammoniumheptamolybdat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten 

Molybdän ist ein essentielles Spurenelement. Der Mensch benötigt eine tägliche Aufnahme von etwa 2 µg/kg Körpergewicht. Der menschliche Körper enthält etwa 5 mg Molybdän. Molybdän begünstigt die Fluorideinlagerung im Zahnschmelz. Kupfer ist ein Molybdänantagonist.
Über toxische oder allergene Wirkungen von aus Dental-Legierungen freigesetztem Molybdän liegen keine Berichte in der zahnärztlichen Literatur vor.
 

Nickel/Ni

             

Technische Verwendung

 

  • Stähle 
  • Besteck 
  • Modeschmuck 
  • Nahrung (vor allem in Nüssen und Nussprodukten -> Schokolade!) 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Nickel-Chrom-Legierungen 
  • Bestandteil von einigen Loten 
  • In Spuren in Kobalt-Chrom-Legierungen 
  • In einigen Stählen (V2A) für kieferorthopädische Apparaturen 
  • Nitinoldrähte (Ni55Ti45) für kieferorthopädische Apparaturen 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Nickelsulfat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Häufigste Allergie bei Metallen 
  • Frauen sind stärker (bis zu 20 %) betroffen als Männer (ca. 8 %) 
  • Dental-Legierungen als Auslöser für Nickelallergien nur selten beschrieben 

Nickel besitzt eine sehr hohe allergene Potenz. Nickelallergien, z. B. aus Modeschmuck, sind weit verbreitet. Dagegen ist die Gefahr, durch hochwertige Nickel-Chrom-Legierungen eine Allergie zu bekommen, geringer als eine Allergie gegenüber Nahrung (z. B. Erdbeeren) zu erlangen. Bei bekannter Nickelallergie sollten aus vorbeugender Sicht keine Nickel-Chrom-Legierungen verwendet werden! Analoges gilt selbstverständlich für alle anderen Stoffe auch! Bei Verwendung von kieferorthopädischen Drähten und Apparaturen aus Edelstählen sollte man ebenfalls deren Nickelabgabe beachten.
Bei Nickel-Chrom-Legierungen sollten nur Legierungen verwendet werden, die einen Chromgehalt von über 20 % aufweisen sowie Molybdän enthalten, da diese Gehalte ausschlaggebend für die Korrosionsresistenz sind. Korrosionsresistente Legierungen weisen geringe Ionenabgaben auf. Dadurch wird eine Nickelaufnahme reduziert. Durch Nahrung werden täglich ca. 900 µg Nickel aufgenommen. Es gehört zu den essentiellen Elementen.
 

Palladium/Pd

             

Technische Verwendung

 

  • In Katalysatoren 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Palladium-Legierungen 
  • In Gold-Legierungen 
  • In Silber-Legierungen 
  • Sehr selten in (japanischen) Amalgamen 
  • In Loten 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Palladiumchlorid 

Allergiehäufigkeit

 

  • Umstritten 

Vom Palladium sind keine essentiellen Funktionen für den Menschen bekannt. Die Häufigkeit einer Palladiumallergie ist umstritten. Zum einen wegen des Fehlens geeigneter Testsubstanzen. Zum anderen wird eine sog. Kreuzallergie zwischen Nickel und Palladium von einigen Autoren vermutet. Dies würde heißen, dass Nickelallergiker sehr oft auch gegen Palladium allergisch wären und umgekehrt.
 

Platin/Pt

             

Technische Verwendung

 

  • In Katalysatoren 
  • In Anti-Tumormitteln 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Goldlegierungen (8 - 12 %) 
  • In Verbindungsteilen (sog. Attachments) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Ammoniumtetrachloroplatinat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Sehr selten und in der Literatur zahnärztlicher Materialien nicht beschrieben 

Vom Platin sind keine allergischen Reaktionen beschrieben. Es wird in Form von sog. Cis-Platinverbindungen in der Tumorbekämpfung eingesetzt. Dort werden auch unerwünschte Nebenwirkungen beschrieben, für die jedoch nicht das Platin allein verantwortlich ist, sondern seine chemische Form.
 

Quecksilber/Hg (lat.: Hydrargyrum)

             

Technische Verwendung

 

  • In Barometern, Thermometern 
  • Gold- und Silbergewinnung 
  • Chloralkaliesynthese 
  • In Neonröhren 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Amalgamen (ca. 50 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Phenylquecksilberborat (stark umstritten) 
  • Queksilber-II-amidchlorid 

Allergiehäufigkeit

 

  • Selten 

Quecksilber ist als toxisches Element bekannt. Es ist ein Edelmetall, edler als Silber und Palladium. Daher ist es korrosionsresistent und wird von Amalgamen in nur sehr niedrigen Mengen abgegeben. Aufgrund des Quecksilbergehaltes sind Amalgame in Verruf geraten. Ein endgültiger Beweis für eine schädigende Wirkung konnte bislang nicht erbracht werden.
 

Titan/Ti

             

Technische Verwendung

 

  • In Luft- und Raumfahrt 
  • In der Tiefseetechnik 
  • In der chemischen Industrie (Apparatebau) 
  • Für Turbinen und Eisenbahnräder 
  • Titandioxid in der Lebensmitteltechnik (als Füllmittel) 
  • Titandioxid als Pigmentstoff in der Farbstoffindustrie 
  • Titandioxid als Füllstoff in der pharmazeutischen Industrie 
  • In der Medizintechnik 
  • Modeschmuck 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • Nitinol (NiTi-Legierung) 
  • Als Rein-Titan in Implantaten 
  • In Spuren (0-0,2 %) in EM-Legierungen 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Titan-IV-oxid 

Allergiehäufigkeit

 

  • In der zahnärztlichen Literatur nicht beschrieben 

Von Titan sind keine essentiellen Funktionen bekannt. Dies gilt auch für toxische oder allergische Reaktionen. Titan ist aufgrund seiner Häufigkeit in der Erdkruste (das 8-häufigste Element) allgegenwärtig.
 

Zink/Zn

             

Technische Verwendung

 

  • Verzinken von Stahl 
  • Sog. Zinkstaubfarben für Korrosionsschutz 
  • Für Messing (Messing: Kupfer-Zink-Legierung) 
  • Druckguss-Legierungen für die Bauindustrie 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Amalgamen (0 -1 %) 
  • In Gold-Legierungen (0-4 %) 
  • In Palladium-Legierungen (0-4 %) 
  • In Silber-Legierungen (0 -4 %) 
  • In einigen Loten 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Zink, metallisch 
  • Zinkdiethyldithiocarbamat 

Allergiehäufigkeit

 

  • Extrem selten 
  • In der zahnärztlichen Literatur kein Hinweis 

Zink ist ein lebenswichtiges essentielles Spurenelement. Es ist Bestandteil von mehr als 200 Enzymen. Die Toxizität ist sehr gering. Laut WHO (World Health Organisation) benötigt ein Erwachsener ca. 22 mg Zink täglich. Diese Mengen werden nicht annähernd durch die Ionenfreisetzung von Dental-Legierungen erreicht. Eine toxikologische oder allergologische Belastung aufgrund von Zahnersatzmaterialien scheint daher ausgeschlossen.
 

Zinn/Sn (lat.: Stannum)

             

Technische Verwendung

 

  • Weißblech-Herstellung (Konservendosen) 
  • Bronzenherstellung (Bronzen: Kupfer-Zinn-Legierungen) 
  • Stanniolherstellung (meist durch Aluminium ersetzt) 
  • Bestandteil von einigen Fungiziden 

Vorkommen in Dentalwerkstoffen

 

  • In Amalgamen (10 -20 %) 
  • In Gold-Legierungen (0 -6 %) 
  • In Palladium-Legierungen (0 -6 %) 
  • In Silber-Legierungen (0 -6 %) 

Testsubstanzen für den Pflaster-Test

 

  • Zinn-II-chlorid 

Allergiehäufigkeit

 

  • Extrem selten 
  • In der zahnärztlichen Literatur kein Hinweis 

Zinn ist ein essentielles Spurenelement. Die empfohlene tägliche Aufnahme beträgt ca. 2 mg/kg Körpergewicht. Zinn und seine Verbindungen gelten als ungiftig. Ausnahmen bilden organische Zinnverbindungen. Die Resorption im Darm ist nur gering.